Schwerpunkte

Nierentransplantation über die Blutgruppengrenze hinweg (AB0-inkompatible Transplantation)

Bis vor kurzem galt eine Transplantation zwischen blutgruppenunverträglichem Nierenspender und Nierenempfänger als absolute Kontraindikation für eine Transplantation. Dies hat sich in den letzten Jahren geändert. Dank modernster Behandlungsmöglichkeiten ist es heute möglich, erfolgreich Nierentransplantationen zwischen Lebendspendern und Lebendempfängern, welche unterschiedliche Blutgruppen aufweisen, durchzuführen. Diese Art von Transplantation bedingt eine intensive Vorbehandlung. Der Erfolg einer blutgruppenübergreifenden Transplantation ist dank der heute vorhandenen Therapiemöglichkeiten fast gleich gut wie eine Transplantation zwischen blutgruppenverträglichen Spendern und Empfängern.

Die Nierenentnahme beim Lebendspender mittels Schlüssellochtechnik (retroperitoneoskopische Nephrektomie)

Ungefähr 50% aller Nierentransplantationen am Universitätsspital Basel sind Lebendnierenspenden. Lange Zeit galt die sogenannte offene Entnahmetechnik weltweit als Standardverfahren zur Lebendnierenentnahme. Dabei wird die Niere durch einen 15 – 20 cm langen Hautschnitt entlang des Rippenbogens entnommen. Der Nachteil dieser Operation ist die lange Narbe, welche durch diese Operationsart entsteht. Seit 1999 wurde aus diesem Grund am Universitätsspital Basel von der Urologischen Universitätsklinik ein neues Operationsverfahren, die sogenannte retroperitoneoskopische Technik eingeführt. Diese Entnahmetechnik ist ein endoskopisches Verfahren (Schlüssellochtechnik). Der Zugang zur Niere erfolgt nicht durch die Bauchhöhle, sondern von der Seite her. Die Entfernung des Organs erfolgt mit speziellen Instrumenten. Es werden insgesamt vier kleine Schnitte in die Flanke gemacht, durch welche eine Kamera sowie die Arbeitsinstrumente in die Bauchhöhle in den Bereich, wo sich die Niere befindet, eingeführt werden. Die Niere wird dann frei präpariert und zuletzt über ein ca. 10 cm grossen Hautschnitt entnommen. Nebst dem besseren kosmetischen Resultat bietet diese Technik auch Vorteile bei Spendern, welche Voroperationen in der Bauchhöhle haben oder unter Fettleibigkeit leiden.

Das Universitätsspital Basel war ein Vorreiter auf dem Gebiet der retroperitoneoskopischen Nierenentnahme und ist massgeblich daran beteiligt, dass diese Art der Nierenentnahme weltweit mehr und mehr Verbreitung findet.